Weltcup-Abfahrten für dich und mich

01.02.2012

Die Wintersaison ist in vollem Gange, die neuen Skier sind ordentlich eingefahren und der eine oder andere hat sein skifahrerisches Können vielleicht sogar mit einem Skikurs verbessert. Was Übung, Fitness und Kraft in den Wadeln angeht, sind viele passionierte Pistenfreunde im Moment bestimmt so richtig gut drauf. Warum sich also nicht mal an eine richtig schwierigere Abfahrt wagen, auf der sonst Lindsey Vonn, Ivica Kostelic & Co. auf der Jagd nach neuen Speed-Rekorden hinunter brettern?

Ob man diese Herausforderung annimmt oder nicht, sollte man sich in jedem Fall gut überlegen. Allen Warnungen zum Trotz geht von Namen wie Planai, Kandahar oder Saslong eine fast magische Anziehungskraft aus, der sich kein leidenschaftlicher Skifahrer entziehen kann. Aus dem Fernsehen kennt man die Pisten zwar zur Genüge, was es mit den Steilkurven, Sprüngen und Schlüsselstellen wirklich auf sich hat, versteht man jedoch erst, wenn man sie selbst unter den Skiern spürt.

Das kann man auch. Denn ist der alpine Skizirkus erst einmal weitergezogen, stehen die meisten der legendären Weltcuppisten des Alpenraums auch Hobbysportlern offen. Für den „Normalbetrieb“ werden manche Abfahrten etwas entschärft, beim Otto-Normal-Skifahrer sorgen sie dennoch oft für brennende Waden, rasenden Puls und gepflegten Muskelkater.

Damit Sie wissen, was Sie auf den berühmt-berüchtigten Abfahrten erwartet, hier die bekanntesten im Überblick:

  • Planai in Schladming (A): bekannt v.a. für den Nachtslalom, 3.150 m lang, 1.010 m Höhendifferenz, viele eisige, harte Abschnitte, sehr steiler Zielhang, Speedrekord 111,22 km/h von Franz Klammer 1973;
  • Saslong in Gröden (I): von der Seilbahn Ciampinoi am Langkofel nach St. Christina, 3.446 m lang, 839 m Höhenunterschied, Höchstgefälle knapp 57%, berühmt für die drei Bodenwellen im mittleren Abschnitt, auch Kamelbuckel genannt;
  • Kandahar in Garmisch (D): gilt bis heute als eine der schwierigsten und anspruchsvollsten Abfahrten im Skiweltcup, 3.300 m lang, 920 m Höhendifferenz, Höchstgefälle bis zu 92% (sog. freier Fall), Schlüsselstellen sind Tröglhang, Olympiakurve, Panoramasprung und Eishang;
  • Lauberhorn-Abfahrt in Wengen (CH): längste Abfahrtspiste des Skiweltcups, 4.455 m lang, 1.028 m Höhenunterschied, Höchstgefälle 93%, Spitzengeschwindigkeit rund 185 km/h, wichtige Schlüsselstellen sind v.a. der Sprung am Hundschopf und die enge Einfahrt zum Kernen-S;
  • Olimpia delle Tofane in Cortina d’Ampezzo (I): 2.822 m lang, 768 m Höhendifferenz, wichtige Abschnitte sind der sehr steile Tofanaschuss, die beiden Mauern und die Kurve La grande S;
  • Streif in Kitzbühel (A): berühmtes Hahnenkammrennen, gehört ebenfalls zu den schwierigsten und gefährlichsten Strecken im Skisport, 3.312 m lang, 860 m Höhenunterschied, Höchstgefälle 85%, extrem steiler Startabschnitt, der wohl bekannteste Abschnitt ist die Mausefalle;