Naturverträglicher Wintersport

29.12.2011

Über frisch gewalzte Pisten carven, mit der Gondelbahn zum Gipfel schweben, durch den tief verschneiten Winterwald touren oder auf unberührten Hängen talwärts gleiten… Wintersport bedeutet Genuss, Erholung und Spaß. Da heute jedoch so viele Menschen Freude am Skifahren, Schneeschuhwandern usw. haben, bedeutet jedes Skigebiet, jede Skitour und jeder neue Lift auch einen empfindlichen Eingriff in die Natur.

Was ist unter naturverträglichem Wintersport zu verstehen? Im Grund genommen geht es um viele kleine Dinge, die – von vielen einzelnen Wintersportlern beachtet – in Summe viel bewirken können. Das beginnt schon bei der Wahl des Skigebiets, bei der man nicht nur die vorhandenen Pistenkilometer oder die Schneehöhe beachten sollte, sondern auch den Stellenwert, den Umweltschutz und Nachhaltigkeit in der betreffenden Region haben. Informationen dazu vergeben unter anderem die jeweiligen Alpenvereine.

Ob man weiter weg in den Skiurlaub reist, vom Ort zum Lift oder ins benachbarte Tal zum Winterwandern fährt, auch dem Auto sei mal eine Pause vergönnt. Vielerorts verkehren kostenlose Skibusse und auch der öffentliche Verkehrsdienst ist in Tourismusregionen meist gut ausgebaut, sodass man ebenso schnell, doch weitaus umweltfreundlicher, preisgünstiger und stressärmer von A nach B gelangen kann.

Gerade zu Beginn der Wintersaison fällt das Warten schwer. Dennoch sollte man erst auf die Piste gehen, wenn genügend Naturschnee vorhanden ist, denn dann fühlen sich auch die Liftbetreiber weniger dazu verpflichtet, Kunstschnee zu produzieren. Dieser verbraucht nicht nur riesige Wasser- und Energiemengen, sondern hat auch schädliche Auswirkungen auf den Boden und den Pflanzenbestand. Die Nachfrage bestimmt immer noch das Angebot, auch im Wintersport.

Besonders viel Rücksicht auf die Tier- und Pflanzenwelt ist nicht nur beim Skifahren, sondern auch beim Tourenskifahren, Schneeschuhwandern und Freeriden gefragt. Vor allem wenn man abseits der Pisten unterwegs ist, stört man die „Bewohner“ in ihrem ohnehin schon immer kleiner werdenden Lebensraum beträchtlich. Dazu hat der Deutsche Alpenverein eigens einige Regeln formuliert, die grundsätzlich überall gültig sind:

  1. Markierungen, Hinweise und DAV-Routenempfehlungen beachten.
  2. Schutz- und Schongebiete für Pflanzen und Tiere respektieren, Lärm vermeiden.
  3. Lebensräume erkennen: Wildtieren möglichst ausweichen, sie nur aus der Distanz beobachten, Futterstellen umgehen.
  4. Im Hochwinter: Gipfel, Rücken und Grate vor 10 Uhr und nach 16 Uhr meiden.
  5. In Waldgebieten und an der Waldgrenze auf üblichen Skirouten, Forst- und Wanderwegen bleiben, mit Schneeschuhen neben den Aufstiegsspuren der Tourenskifahrer gehen.
  6. Aufforstungen und Jungwald schonen.
  7. Nicht parallel zur Waldgrenze gehen, Abstand von Einzelbäumen und Baumgruppen halten.
  8. Umweltschonend anreisen: Öffentliche Verkehrsmittel nutzen, Fahrgemeinschaften bilden.
  9. Bei Anreise mit dem Auto: Ausgewiesene Parkplätze benutzen, keine Zufahrten blockieren.
  10. Besser mehrtägige Aufenthalte als häufige Tagestouren planen, das gastronomische Angebot vor Ort nutzen.

Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur ist in manchen Wintersportregionen leider noch keine Selbstverständlichkeit. Wer jedoch als Wintersportfreund bei sich selbst ansetzt und sich gewissenhaft an einige einfache Regeln hält, kann auch weiterhin ohne schlechtes Gewissen die Piste, den Winterwanderweg oder die Skitour genießen.