Val d'Hèrens
Wie eine versteinerte Garde aus grauer Vorzeit wachen die bizarren Erdpyramiden von Euseigne am Eingang des stillen Tales, das sich mit seinen kleinen, überschaubaren Pistenrevieren, der noch intakten Natur und den in Jahrhunderten gewachsenen Dörfern so erfreulich von den riesigen Skiarenen und auf dem Reißbrett geplanten Retortenstationen der Westalpen abhebt.
Lage
Das Val d´Hérens, zu Deutsch "Eringertal", zweigt bei Sion vom Rhônetal ab und führt etwa eine Autostunde südwärts zum Hauptkamm der Walliser Alpen. Im obersten Teil verzweigt sich das von der Borgne durchflossene Tal dann noch einmal in zwei Talgründe, die bald als Sackgassen am Fuß eisgepanzerter Bergriesen wie des Dent Blanche (4357 m) enden.
Im Südosten und Nordwesten schließen sich, nur durch ein paar Bergkämme getrennt, die pulsierenden Wintersportdomänen von Zermatt und der Vier Täler an. Doch davon ist beiderseits der durch Gletschermilch hellgrau gefärbten Borgne kaum etwas zu spüren.
Ambiente & Angebot
Im Val d´Hérens ticken die Uhren offenbar langsamer, die in der Schweiz als sehr traditionsbewusst bekannten Talbewohner halten zäh an ihrer althergebrachten Lebensweise fest und betrachten den Wintersport neben der Landwirtschaft bloß als zusätzliche Einnahmequelle. Der untere Talabschnitt ist, wie die nässeempfindlichen Erdpyramiden zeigen, noch recht mild und trocken. Gute bis hervorragende Schneeverhältnisse kann man erst oberhalb von Evolène, dem hübschen Hauptort der weiträumigen Gemeinde, erwarten. Vom reizvoll über den Talgrund verstreuten Les Haudères führt in südwestlicher Richtung das Val d´Arolla zum einzigen echten Wintersportort des Tals, dem prachtvoll gelegenen Arolla.