Lötschental
Wollen die maskierten Schreckensgestalten, die während der Fastnachtszeit in dem entlegenen Tal im Oberwallis ihr Unwesen treiben, den Winter verjagen oder erinnern sie an eine Räuberbande und einen Bauernaufstand?
Woher der alte Brauch auch kommen mag: Der Winter lässt sich davon überhaupt nicht beeindrucken, sondern zeigt sich hier von seiner stärksten Seite. In der kalten Jahreszeit ächzen die prächtigen alten Walliser Holzhäuser unter meterdicken Schneelasten , die sich auf ihren Dächern angehäuft haben. Der sonst als "Schneefresser" bekannte Föhn kann sich in dem von Dreitausendern umrahmten Tal nicht richtig bis zum Talgrund durchsetzen.
Früher war der Schnee freilich im Lötschental alles andere als ein Segen, denn bis zum Bau der Lötschbergbahn um 1910 waren die vier Dörfer Ferden, Kippel, Wiler und Blatten im Winter oft mehrere Wochen lang vom Rest der Welt abgeschnitten. Vor allem das kleine Dorf Blatten lockt mit nostalgischem Charme. Zahlreiche Häuser wurden renoviert, Säge und Mühle hergerichtet und selbst der alte Dorfbackofen wieder in Betrieb genommen.