Aletsch
Der Aletschgletscher: der größte, längste und mächtigste Gletscher der Alpen – 27 Milliarden Tonnen ewiges Eis, der Schnee von gestern. So eindrucksvoll der Gletscherriese auch sein mag, der Schnee von heute und morgen ist für viele noch interessanter. Und daran besteht auf den Höhen beiderseits des mehr als 20 Kilometer langen Eisstroms in normalen Wintern kein Mangel .
Den besten Blick auf den mächtigen Gletscher, der seit 2001 zum UNESCO Weltnaturerbe Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn zählt, genießt man vom Eggishorn. Nur von dort überblickt man den Aletschgletscher in seiner Länge, vom Jungfraujoch bis zur Zunge. Wie eine urzeitliche Panzerechse mit zerborstener Haut kriecht der Eisstrom durch das leicht gewundene Tal und legt dabei bis zu 40 Zentimeter pro Tag zurück.
Besonders eindrucksvoll zeigt sich der Aletschgletscher im Sommer, wenn kein Schneeteppich die tiefen Spalten zudeckt und das Eischaos offen daliegt. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Eismassen fast 200 Meter dicker als heute waren, muss er ein noch imposanteres Bild geboten haben. Seither ist der Eisstrom kräftig geschrumpft und verliert heute an der Stirn der Gletscherzunge pro Jahr etwa 20 bis 30 Meter an Länge.
Wer die kulturellen und kulinarischen Schätze der Region entdecken möchte, sollte einen Besuch in Champéry, Morgins und Champoussin einplanen. Die beiden erstgenannten Orte besitzen sehenswerte Gotteshäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert, Champoussin dagegen einige urige Bergbauernhöfe, in denen auf althergebrachte Art und Weise aus der Milch der für die Gegend typischen Abondance-Kühe, vor allem aber aus Ziegenmilch, köstlicher Käse bereitet wird.