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Am Vormittag des Heiligen Abends, gegen 10 Uhr, gab es in früheren Zeiten statt Frühstück eine Erbsensuppe, verschiedene Krapfenarten, ein Mohnmus, "Maislan" und Milch. Es galt als großes Unglück, wenn jemand dieses Mahl störte. Man munkelte, dass jemand aus der Familie sterben müsse... Ertönte dagegen ein Hahnenschrei, prophezeite man der Magd einen Bräutigam - nicht selten wurde aus Neckerei ein solcher Schrei von Spaßvögeln nachgeahmt... Bis 18 Uhr währte die deftige Völlerei - dem "Fleischfaste". Geschenke waren damals nicht üblich, jedoch ein obligatorischer Besuch der Mitternachtsmette. So kam es, dass im Ahrntal am Weihnachtstag von jeher die Gefahr galt, vormittags "zi dohungon" (zu verhungern), abends "zi doschneill" (zu platzen), und nachts "zi fokugl" (abzustürzen).
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