Les Portes du Soleil
Diese Wintersportregion, in Frankreich und in der Schweiz an den "Toren zur Sonne" gelegen, besitzt beinahe astronomische Ausmaße. Auf über 600 Pistenkilometern, die mit mit mehr als 200 Aufstiegshilfen erschlossen werden, eröffnet sich Skifahrern und Snowboardern ein buchstäblich grenzenloses Sportvergnügen. Les Portes du Soleil erstrecken sich als eine der größten Skiarenen der Erde über 400 Quadratkilometern zwischen dem Genfer See und dem Mont Blanc, von Hochsavoyen bis hinüber ins Unterwallis.
Ein grenzüberschreitendes Wintersportrevier der Superlative, das sich bei genauerem Hinsehen aus einem guten Dutzend kleinerer, überschaubarer und zum Teil auch sehr unterschiedlicher Reviere mit Pisten für jeden Geschmack gliedert. Sie sind durch ein ausgeklügeltes Liftsystem miteinander verbunden. Fast alle Einzelskigebiete besitzen einen gewachsenen Ort, der als Ausgangs- und Anlaufpunkt die Orientierung in der gigantischen Arena erleichtert. Ohne einen detaillierten Pistenplan in der Tasche sollte man sich trotzdem besser nicht in der nach und nach zu einem weitläufigen und variantenreichen Skigebiet ausgebauten Region bewegen.
Für den gemütlichen Winterurlaub sind die Portes du Soleil eigentlich schon ein paar Nummern zu groß, doch sportlich ambitionierte Skifahrer und Snowboarder kommen besonders im französische Teil, der meist zweckmäßig-modern auf "Ski Total" ausgerichtet ist, voll auf ihre Kosten. Wer sich an der gewagten Architektur der "Wohnfelsen" von Avoriaz, dem Zentrum der Arena, nicht stört, wer morgens am liebsten noch mit einem Bein im Bett und dem anderen schon auf der Piste ist und wer abends im autofreien Kern der Wintersportsiedlung zwischen Restaurants, Bars und Discos pendeln möchte, ist in der modernen Skistation am rechten Ort. Zudem liegt in der Station unterhalb der Chavanette aufgrund ihrer Höhenlage auch dann noch genügend Schnee, wenn die Sonne die weiße Pracht im rund 800 Meter tiefer gelegenen Morzine-Montriond längst aufgezehrt hat.
Die Stammgäste des lang gestreckten Doppelorts, dessen Tradition als Wintersportzentrum bis in die Dreißigerjahre und als Mittelpunkt des Haut-Chablais noch viel weiter zurückreicht, schätzen die behagliche Atmosphäre des gewachsenen Alpendorfes mit seiner reizvollen Umgebung. Klobige Wohnblocks finden sich nicht in dem gemütlichen Dorf zwischen der Pointe de Ressachaux und der Pointe de Nyon, diese gibt es allenfalls im modernen Ableger Super-Morzine.
Ski- und Schneeschuhwanderern
Sechs kleinere bewaldete Nebentäler öffnen vom Haupttal der Dransede la Manche Ski- und Schneeschuhwanderern südwärts den Weg in die großartige Bergwelt des Haut-Faucigny, dem höchsten Teil der französischen Kalkalpen. In einem dieser Täler liegt, umgeben von weiten Almen, der bei Familien mit kleinen Kindern besonders beliebte Ferienort Les Gets. Die urprünglich abgelegene Almsiedlung, die wahrscheinlich wie Morzine zuerst von sportbegeisterten Diplomaten aus Genf entdeckt wurde, hat sich seit den Fünfzigerjahren zum familienfreundlichen Skidorf entwickelt.
Die für die Landschaft typischen rot-weiß gefleckten Milchkühe, die im Sommer auf den grünen Almen des Haut-Chablais grasen, sind nach dem alten Kloster- und Kurort Abondance benannt. Von dort führt eine Straße über das malerische Dörfchen La Chapelle-d´Abondance nach Châtel.