Skifahren in Chamonix - Mont Blanc
Die Winterwelt am Fuß des "weißen Berges" ist anders als die übrigen Skigebiete in den französischen Alpen. Das Skikarussell, das sich anderswo nach einem ausgeklügelten Plan mit perfekt aufeinander abgestimmten Liftanlagen dreht, Abfahrten von einem Tal ins andere und wieder zurück erlaubt, kommt hier wegen der wilden Landschaftsformen kaum in Gang. Zwar kann man etwa vom Col de Balme über die Landesgrenze hinweg in den Schweizer Ort Le Châtelard abfahren, doch die Rückfahrt ins Tal von Chamonix ist eine recht umständliche Angelegenheit.
Die Aufsplitterung in fünf separate Skireviere kann lästig sein, andererseits lassen zwei andere Trümpfe der Gegend von Chamonix-Mont Blanc diesen Schwachpunkt schnell vergessen: die schier endlosen Möglichkeiten zu hochalpinen Skitouren und Abfahrten abseits der markierten Pisten. In Begleitung eines Bergführers der traditionsreichen "Compagnie des Guides de Chamonix-Mont Blanc" bleiben die Touren kontrollierte Abenteuer. Die (je nach Streckenführung) gut 20 Kilometer und et, Megève und St-Gervais um 1000 Meter Meereshöhe über dem westlichen Hang des Arve-Tals, Les Contamines weiter entfernt in einem Nebental gelegen - gilt mit seinen engmaschig vernetzten Skigebieten überwiegend als anfänger-, kinder- und familienfreundlich. Zwischen den grünen und blauen Pisten findet jedoch auch der sportlich anspruchsvolle Skifahrer und Snowboarder schwieriges Gelände; insgesamt gesehen lässt das vereinigte Pistenrevier der vier Orte beim bunt gemischten Skifahrervolk kaum Wünsche offen.
Wintersportorte
Alle Orte waren ursprünglich einmal reiche Bauerndörfer. Von dieser rustikalen Vergangenheit ist in Megève, das sich zwischen seinen Hausbergen Jaillet (1580 m) , Rochebrune (1754 m) und Mont d`Arbois (1840 m) ausbreitet, nur noch wenig zu spüren. Der mit Abstand eleganteste Wintersportplatz Savoyens besitzt im Ortskern zwar noch ein paar alte Bauernhäuser, die aber beinahe genauso museal wirken wie die Exponate im sehenswerten Heimatmusem Musèe du Haut Val d`Arly. Dafür verleihen gepflegte Villen und Chalets dem Ortsbild seine eigene Note.
Auch auf den Pisten und beim Après-Ski gibt die noble Klientel den Ton an, sodass die übliche Reihenfolge nicht immer eingehalten wird. Combloux, direkt über dem Becken von Sallanches an einen Berghang geschmiegt, ist mit seinem mondänen Nachbarn fast zusammengewachsen, dabei rund um die Barockkirche mit dem für die alten savoyischen Gotteshäuser typischen Spindelturm aber viel ländlicher und ursprünglicher geblieben.
Vor allem Familien mit kleinen Kindern schätzen die beschauliche Atmosphäre und das nicht allzu schwierige Pistenrevier des kleinen Orts, der den wohl schönsten Ausblick auf den Mont Blanc und zwei Dutzend seiner Trabanten bietet. Vom Wintersport allein ist der Tourismus in keinem der vier Orte abhängig. Die nahezu grenzenlosen Möglichkeiten zu Bergwanderungen und Klettertouren ziehen auch im Sommer viele Gäste an - in St-Gervais-Mont Blanc, das am Anfang des in der Tat höchst "erfreulichen" Tals Val Montjoie über der tiefen Schlucht des Bon Nant thront, schder muss außergewöhnlich gut auf den Skiern stehen. Les Houches schließlich bietet neben einer Reihe hervorragender Aussichtspunkte im Skigebiet Prarion eine vielseitige Mischung leichterer und schwierigerer Pisten, etwa die blaue vom Col de Voza oder die rote vom Bellevue.