Chamonix - Mont Blanc
Grands Montets, Brévent und die Vallée Blanche - klangvolle Namen von Skibergen und Abfahrten, die zu den absoluten Höhepunkten in den Alpen zählen. Unvergesslich werden die Skierlebnisse im Tal von Chamonix, weil sich alles inmitten einer einzigartigen Kulisse abspielt: vor und unter dem höchsten Alpengipfel und den berühmten Felsnadeln. Und weil im Talboden trotz etwas urbaner Hektik in manchen Winkeln noch immer der Charme eines Bergsteigerdorfes zu spüren ist.
Der Mont Blanc, der "weiße Berg" der Alpen, der das von der Arve durchflossene, rund 20 Kilometer lange Tal mit seiner 4810 Meter hohen, schnee- und eisgepanzerten Gipfelkuppe im Südosten überragt, hält sich vornehm im Hintergrund und überlässt das Imponiergehabe dem viel niedrigeren Fußvolk: wildzerklüfteten Felsnadeln und -zähnen, wie dem Drus (3754 m), der Aiguille des Grands Charmoz (3445 m), der Aiguille du Grépon (3482 m) oder der Aiguille du Midi (3842 m), die sich allesamt umso eindrucksvoller in Szene setzen.
Weitere spektakuläre Akzente setzen die hohen, teilweise extrem steilen Granitwände und -grate, wilde Hängegletscher und flache Eisströme, die ihre Zungen weit aus den Seitentälern herausstrecken. Gegenüber der Eis- und Felswildnis auf der Mont-Blanc-Seite wirken die Berge, die das Tal von Chamonix im Nordwesten umrahmen, beinahe schon sanft geformt. Selten sind die Kontraste zwischen beiden Flanken eines Tals und die Auswahl zwischen Pisten verschiedener Schwierigkeitsgrade so groß.
Classic Mountain Resort
Von den vier größeren und etlichen kleineren Orten, die diese vielseitige Wintersportregion, eine der attraktivsten und ältesten der Alpen, erschließen, ist Chamonix mit rund 10000 Einwohnern der weitaus größte - halb eine Stadt, halb noch ein Dorf, atmosphärisch aber in jedem Fall ein Bergsteigerzentrum. Chamonix ist Mitglied im exklusiven Club der "classic mountain resorts", in dem sich die besten klassischen Wintersportorte einem Qualitätslabel unterworfen haben. In dem von der Aiguille du Midi überragten Ort kann der Skisport auf eine über 100-jährige Geschichte zurückblicken. 1924 war Chamonix Austragungsort der ersten Olympischen Winterspiele. Zwar kann es heute in der Breite des Pistenangebots nicht mit den weitläufigen Retortenstationen Savoyens mithalten, dennoch trifft sich hier die Avantgarde der Skifahrer: Freerider der wirklich extremen Richtung finden hier einen der Hotspots in den Alpen. Wenn der Ansturm der Wintersportler im Mai verebbt, beginnt die zweite Saison, denn als Mekka der Bergsteiger, als idealer Ausgangspunkt für Bergwanderungen, Kletter- und Gletschertouren ist Chamonix mindestens ebenso bekannt.
Argentière, ein Stück weiter talaufwärts zu Füßen der Aiguille Verte gelegen, besitzt ebenfalls eine lange Tradition als Bergsteigerdorf. Aber während sich im Hauptort des Tals die Gäste auf eine bunte Palette verschiedener Gruppen, angefangen beim Klettertouristen über den Kongressteilnehmer bis hin zum Kurgast, verteilen, dominiert hier eindeutig das jüngere, sportlich aktive Publikum. Das obere und das untere Ende des Tals von Chamonix haben wiederum mehr familiären und ländlichen Charakter, wie Le Tour, ein hübscher Ort unterhalb der Eismassen des Glacier du Tour, oder das um einen alten Dorfkern gewachsene Les Houches, das zu den Skiorten am Rand der Senke von Sallanches überleitet.
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